Fit von der Couch aus: Plattformen für Online-Fitness

Geschrieben von Andreas am 1. Dezember 2011
(c) morguefile.com

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Zuerst fanden wir die Liebe übers Netz, jetzt dürfen wir uns über purzelnde Pfunde freuen, die verschiedene Plattformen versprechen. Ganz klar: Der neue Trend in Sachen E-Business und -Using heißt Online-Fitness und ist vor allem an die gerichtet, die keine Lust auf Fitness-Studio und übliche Blicke haben. Da wird das heimische Wohnzimmer zum neuen Fitnessraum beziehungsweise das Zimmer, in dem sich der PC und Internetanschluss befindet. Kostenfrei ist das ganze natürlich genauso wenig wie im Fall von Studios. Doch das wichtigste ist der Fitnesserfolg und der hängt allein von dem entsprechenden Angebot und den Vorlieben der Sportler ab.

Im neuen Segment der Fitness-Plattformen für den Sport im Eigenheim und mithilfe von (scheinbar) persönlichen Trainern bleibt nichts dem Zufall überlassen. Die Kundinnen treffen beim Surfen deswegen auch auf ganz verschiedene Angebote – von Yoga über Ernährungsberater bis hin zu Workout-Videos. Der Vorteil der virtuellen Welt wurde auch für derartige Angebote schnell erkannt: Hier kann mit selbsterklärenden Bildern, motivierenden Worten von sympathischen Trainern in aufregenden Clips und digitalen Kalorienrechnern gepunktet werden. Den Usern, meist Frauen, bleibt der lästige Gang ins Fitnessstudio erspart und zusätzlich kann Sport jederzeit betrieben werden – quasi mit einem Klick bleibt man so fit.

Klingt bis dahin erst einmal simpel. Der erste Haken ist jedoch: Auch die Plattformen sind natürlich alles andere als günstig. Meist werden Verträge, wie etwa bei eBalance, in 3-, 6- und 12-Monatsschritten angeboten, je länger die Vertragslaufzeit, desto weniger die Rate. Wofür die Kosten außer der Bearbeitung anfallen? Vor allem für die dahinterstehenden Experten, Coaches und Co., die sich das Ess- und Sport-Verhalten der UserInnen anschauen und die so als Personal-Trainer fungieren, ohne dass frau sie jemals gesehen hat. Das klingt natürlich ein wenig wagemutig, denn Skepsis kommt vor allem bezüglich der Authentizität und Glaubwürdigkeit der Beratungen auf. Woher soll die Kundin/der Kunde wissen, dass auf der anderen Seite des Netzes tatsächlich ein Sport-Experte sitzt und nicht nur irgendein Amateur? Gegen das Aufkommen dieser berechtigt skeptischen Frage versuchen die Betreiber mit Fotos und Chats anzukämpfen. Dennoch ist und bleibt das Vertrauen auf der Seite der UserInnen einer der Grundpfeiler, die nötig sind, damit das System überhaupt funktionieren kann.

Ein zweiter Nachteil: der eigene, innere Schweinehund. Wer jeden Tag auf die entsprechenden Seiten zugreifen könnte, kommt auch schnell in die Versuchung es von Tag zu Tag zu verschieben. Ein realer Personal-Trainer ist dabei effektiver. Er steht wirklich und leibhaftig vor der Tür und fragt, was mit dem einstigen eisernen Willen passierte und warum man den Jojo-Effekt nur allzu gern wieder einmal in Kauf nimmt. Fazit: Wer nicht an Öffnungszeiten gebunden sein will, generell wenig Zeit im Alltag hat, und lieber in intimer Atmosphäre trainiert, der ist auch in den virtuellen Studios genau richtig. Wer etwas mehr Motivation als eine enttäuschte Computer-Figur benötigt, um maximale Trainingserfolge zu erzielen, der sollte auf Reales statt Virtuelles setzen.

Schlagwörter: Haushalt, Internet, Online-Bezahlung, Sport

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